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Ludwig Huber,
29 November 2011
Nepal
, Kathmandu
21°
Heute früh bin ich aufgebrochen nach Dumre und von dort in einer 4-stündigen Fahrt nach Kathmandu. In meinem Bauch rumorte es gewaltig von dem Müsli am Vortag.
Eine Langstreckenbusfahrt in Nepal ist immer ein besonderes Abenteuer. Die Busse wollen möglichst schnell ans Ziel kommen, und so wird auf den engen Straßen oft in waghalsigen Manövern überholt. Doch wenn ein Bus bei einem Überholmanöver nicht rechtzeitig einscheren kann, dann bremst das Fahrzeug auf der Gegenspur wie selbstverständlich ab. Und das läuft alles ab, als ob es da bestimmte Regeln gäbe. Schimpfen, den Vogel zeigen oder Hupkonzerte habe ich in solchen Fällen nie gehört.Es läuft alles etwas chaotischer und dennoch gesitteter ab als das bei uns der Fall wäre.
Oft trifft man unterwegs auf liegengebliebene Fahrzeuge, die einfach auf der Straße stehen bleiben, mit großen Geröllbrocken, die es hier zur Genüge gibt, wird das Fahrzeug ringsum abgesichert. Da fährt auch keiner auf!
Je näher wir an Kathmandu herankamen, desto dichter wurde der Verkehr. Ab und zu lief alles nur noch im Schritttempo. Dazu muß man wissen, dass die Versorgung der Stadt nur über die Straße erfolgen kann.
Ankunft war am Galanki Busstand, dem chaotischsten Bushalteplatz, den es in Indien oder in Nepal gibt. Zwischenzeitlich kenne ich mich in Galanki aus, sodaß ich wenige Zeit nach meiner Ankunft schon im Minibus nach Ratna Park im Stadtzentrum saß.
Der Hotelier vom "Nippon Guest House", wo ich einen Teil meines Gepäcks vor meiner Trekkingtour zurück gelassen hatte, hatte mich schon lange erwartet. Zur Begrüßung und weil das nepalesische Neujahr vor der Tür stand, gab es 2 Gläser Raksi, das ist Reisschnaps. Den konnte ich auf meinen verdorbenen Magen gut gebrauchen.
So erlebte ich in den folgenden 3 Tagen das nepalesische Neujahrsfest, den Umbruch vom Jahr 1131 zum Jahr 1132.
Wo man am Folgetag auch hinkam, waren nur noch Menschenmassen auf den Straßen.
Oft war gar kein Durchkommen mehr möglich, dann ließ man sich von der Masse einfach treiben.
Morgens marschierten Musik-und Trachtengruppen begleitet von einem ohrenbetäubenden Lärm durch die Straßen,Autoladungen junger Leute bahnten sich mit lauten Hupkonzerten einen Weg durch die Massen. Das normale Leben lief aber weiter wie gewöhnlich: auf dem Bazar saßen die Händler wie sonst auch, nur dass sie an diesen Tagen vielleicht mehr verkauften als sonst.
Ich konnte an diesen 3 Tagen Bhaktapur, Patan und Bungamati besuchen, Städte die alle im Umkreis von 30 km um Kathmandu herum liegen, und die ich von meinen früheren Besuchen her kannte, die aber jetzt zum Neujahrsfest wieder eine ganz neue und ungewohnte Atmosphäre ausstrahlten.
Die Bilder zum Bericht erscheinen gelegentlich unter
www.ludwig-wobistdujetzt.de
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